bEND-Geschichte

Der Kontakt 

Mai 2018: Es war tatsächlich ein eher zufälliges Zusammentreffen: Interessehalber wollte Tilo (der seit einigen Jahren nebenbei mit einer DAW herumexperimentierte) mal wissen, wer denn aus der Umgebung von Bad Doberan ein Profil bei SoundCloud hat und blieb beim Account "Malone" hängen. Die rockigen, handgemachten Stücke waren irgendwie zu schade, um nur kurz angespielt zu werden, also hörte er im Laufe des Abends das komplette Profil durch und versah seine Favoriten mit einem Like.

Der Account "Malone" gehört zu Alessandro, der schon viele Jahre diese spezielle Art von Musik komponiert, textet, selbst einspielt und produziert. Er ist schon seit längerer Zeit auf der Suche nach Musikern, mit denen er das Material auch zusammen spielen und vielleicht auch auf die Bühne bringen kann, ist aber bisher noch nicht so richtig fündig geworden. Alessandro sieht in seinem Profil die Likes von Tilo, welche durchaus eine gewisse Schnittmenge mit seinen eigenen Favoriten aufweisen. Also schreibt er ihn an, ob er sich vorstellen könne, gemeinsam etwas zu versuchen oder vielleicht Kontakte in dieser Richtung hätte.

Zwar spielt Tilo etwas Gitarre und macht auch zu Hause kleine Sessions mit seinen beiden Söhnen Markus und Stefan, sah sich aber selbst eher nicht in einer Band. Aber vielleicht Markus? Immerhin spielt er Klavier/Keyboard, Schlagzeug und möchte Musiklehrer werden. Markus hält das für eine gute Idee, Tilo stellt den Kontakt zwischen beiden her und am nächsten Tag findet das erste Treffen statt. Die Chemie stimmt, man beschließt es doch mal zu dritt zu versuchen und trifft sich einmal in der Woche. In den nächsten Wochen werden zunächst rein mit akustischen Instrumenten einige Dinge ausprobiert.

Vom Akustik-Trio zur Band

Juni 2018: Übereinstimmend wird festgestellt, dass die Stücke als Rocknummern doch mehr Spaß machen. Erste Experimente mit E-Gitarren und Schlagzeug bzw. alternativ Keyboard (Markus kann sich ja nicht zerteilen) finden statt. Aber eine Rockband ohne Bass? Hier kommt Tilos älterer Sohn Stefan ins Spiel, der bei den Sessions zu Hause schon einen E-Akustikbass bedient hat. Zwar studiert Stefan, will aber mal schauen wie es zeitlich passt und kommt von nun an freitags manchmal mit dazu.

Ab jetzt wird erst einmal in einem zum Probenraum umfunktionierten leerstehenden Zimmer geprobt und Stück für Stück die benötigte Technik besorgt. Zwar werden zum Schutz der Umgebung immer vorher Matratzen in die Fenster gestopft, aber es ist klar, dass dies auf die Dauer nicht die Lösung sein kann. Also beginnt parallel die Suche nach einem geeigneten Probenraum.

In den nächsten Wochen erarbeiten sich Alessandro, Markus, Stefan und Tilo ein kleines Repertoire an eher liedhaften Rocknummern mit dem Ziel, das im nächsten Jahr auch mal irgendwo aufzuführen. Noch gibt es zwar organisatorische Querelen und einige Proben müssen ausfallen, aber so langsam sitzen die ersten Stücke.

Juli 2018: Zwei Monate sind um. Wird es nicht langsam Zeit, sich einen Namen zuzulegen? Einige Ideen entstehen und werden wieder verworfen und man ist sich einig, dass dafür später noch Zeit ist. Die Proben finden nun erfreulicherweise sehr regelmäßig statt, immerhin ist in ein paar Wochen der erste kleine Auftritt geplant.

August 2018: Der erste Auftritt im Freien auf eine privaten Geburtstagsfeier fällt buchstäblich ins Wasser. Eine Regenfront wollte sich partout nicht an ihre in der Wetter-App vorgeschriebene Bahn halten und so musste schon nach einer knappen halben Stunde abgebrochen und die Technik gerettet werden. Zumindest das hat geklappt und wir sind um eine Erfahrung reicher.

Eine weitere Erfahrung ist, dass einige der aktuellen und vor allem die für die Zukunft geplanten Titel den gleichzeitigen Einsatz von Schlagzeug und Keyboard erfordern. Playback kommt jedoch nicht in Frage. Markus will lieber am Keyboard weitermachen, also suchen wir nach einem Schlagzeuger. Es gab einige Anläufe. Schließlich steigt Horst ein, der sehr viel Erfahrung mitbringt und schon in vielen Bands gespielt hat.

Januar 2019: Stefan muss Prioritäten setzen und verlässt schweren Herzens zum Semesterbeginn die Band. Ein neuer Basser muss her. Wie der Zufall will, hatte vor einiger Zeit schon mal jemand Interesse gezeigt, aber der Bass war ja schon vergeben. Nun ist er wieder vakant, also fragt Alessandro nochmal nach und alles passt. Somit ist jetzt Till dabei.

Mit der aktuellen Besetzung kommt es auch zu stilistischen Änderungen. Alessandros Kompositionen bieten Raum für eigene Ideen, so dass sich jeder einbringen kann. Über den Winter nutzen wir die Gelegenheit, unseren Stil zu finden, denn für 2019 sind erste öffentliche Auftritte angedacht.

Der Schritt in die Öffentlichkeit

Februar 2019: Wo könnte man sich als neue und bisher völlig unbekannte Band präsentieren? Wir hatten ja noch nicht einmal einen Namen! Also sind Aktivitäten erforderlich, die über das Proben hinausgehen. Veranstalter werden angeschrieben, aber die Reaktionen sind äußerst spärlich. Wir haben ja auch noch nichts, worauf wir verweisen können. Die einzige Zusage bisher ist die für "Jugend rockt", eine recht junge Veranstaltungsreihe des Kamp-Theaters Bad Doberan mit Unterstützung durch Bad Penny. Hier bekommen junge oder wenig bekannte Musiker und Bands die Gelegenheit, professionelle Technik zu benutzen und sich der Öffentlichkeit zu zeigen. Zwar besteht die "Jugend" bei uns gerade mal aus Markus und Till, denn wir sind eine altersmäßig sehr heterogene Band :-), für den nächtliche Teil der Veranstaltung besteht jedoch keine Altersbegrenzung.

Zeitgleich entsteht das Grundgerüst einer eigenen kleinen Webseite, um potentiellen Veranstaltern ein paar Informationen zur Verfügung stellen zu können. Wir entscheiden uns daher kurzfristig für den Namen "Bend", denn dieser bietet Raum für alle möglichen Erklärungsvarianten und die Domain "bend-dbr" war noch frei.

Mai 2019: Unser erster öffentlicher Auftritt bei "Jugend rockt" fand kurz vor Mitternacht statt, die Anzahl der zu diesem Zeitpunkt noch anwesenden Zuschauer war sehr überschaubar. Die Reaktionen danach waren positiv und uns hat es auch viel Spaß gemacht, also - Weitersuchen nach neuen Auftrittsmöglichkeiten.

Juni 2019: Einmal klappte es noch in diesem Sommer, nämlich auf der Fete de la Musique in Rostock, wo wir im Zirkuszelt im Stadthafen auftreten konnten. Es war genau am Tag der Übergabe der Abi-Zeugnisse, Markus schaffte es gerade noch so bis zum Auftritt. Diesmal war es allerdings  zu früh für viele Zuschauer - egal, der Anfang ist getan.

Oktober 2019: Auch Markus verlässt die Band, das beginnende Studium hat Vorrang. Wir machen zunächst zu viert weiter, deswegen müssen wieder Repertoire und Titel angepasst werden. Das geht einige Wochen so, dann trifft Horst seinen früheren Band-Kollegen Jörg. Dieser spielt unter anderem auch Keyboard und gehört bereits einer anderen Band an. Dennoch schaut er bei uns vorbei und bleibt. Die Besetzung ist damit wieder vollständig.

November 2019: Wir haben nun einen Probenraum in Rostock. Mittlerweile sind ja mehr Rostocker als Doberaner in der Band, so ist dies wohl erst einmal die beste Lösung. Den Raum teilen wir uns mit 2 weiteren Bands, aber da wir in der Regel nur Freitags proben können ist das organisatorisch machbar. Immerhin ist geheizt und es steht eine komplette PA und etwas Studiotechnik zur Verfügung. Nur mit dem begrenzten Platz haben wir etwas zu kämpfen.

Dezember 2019: Nächstes Jahr wollen wir wenn möglich doch mehr als nur 1 - 2 Auftritte machen, also schreibt Alessandro viele Veranstalter an. Bisher gibt es erst eine positive Rückmeldung - wenn alles klappt, spielen wir am WarmUp-Donnerstag zur Zappanale #31 in Bad Doberan, was uns natürlich sehr freut! Mal sehen, was das Jahr 2020 noch so bringt.

Februar 2020: Markus ist zu bEND zurückgekehrt und wird singen sowie einen nagelneuen Synthesizer (Modal Argon 8) bedienen - eine neue Herausforderung! Jetzt sind wir also zu sechst, der Platz wird im Probenraum wird arg knapp. Auf den klitzekleinen Bühnen wird es auch etwas schwieriger werden alle unterzubringen, müssen wir eben gut planen. Ein paar Sachen sind ja in diesem Jahr schon in Aussicht, wir informieren immer dann wenn etwas feststeht. Übrigens haben wir jetzt auch eine Facebookseite!

März 2020: Die Corona-Pandemie macht uns durch die damit verbundenen Einschränkungen und das notwendige "social distancing" erst einmal einen dicken Strich durch alle Planungen. Gemeinsame Proben sind nicht mehr möglich, die für die nächste Zeit vorgesehenen Auftritte werden wohl einer nach dem anderen wegfallen. Noch weiß niemand, wie lange sich das hinzieht. Wir nutzen die Zeit zum individuellen Üben an den Songs und produzieren aus noch vorhandenen Aufnahmen von Proben eine paar kleine Videos im Rahmen unserer Möglichkeiten.